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gate gate pāragate pārasamgate bodhisvāhā


Gegangene, Gegangene, ans andere Ufer Gegangene, ins andere Ufer Eingegangene.. - Erleuchtung!.

Er wußte nur vom Tod was alle wissen:

Daß er uns nimmt und in das Stumme stößt.

Als aber sie, nicht von ihm fortgerissen,

nein, leis aus seinen Augen ausgelöst,


hinüberglitt zu unbekannten Schatten,

und als er fühlte, daß sie drüben nun

wie einen Mond ihr Mädchenlachen hatten

und ihre Weise wohl zutun:


da wurden ihm die Toten so bekannt,

als wäre er durch sie mit einem jeden

ganz nah verwandt; er ließ die andern reden


und glaubte nicht und nannte jenes Land

das gutgelegene, das immersüße –

Und tastete es ab für ihre Füße

.R.M.Rilke


Wie bei einem Strebenden das Wehen und Singen des Lebens in sich zusammenfällt wie ausbrennendes Feuer, ist es mit der Liebe. Die Liebe ist kein Zustand, weder emotional noch intendiert, sie kann weder kreiert noch fortgerissen werden. Aber wenn sie leise aus den Augen ausgelöst wird, gleitet sie wie eine Sterbende hinüber. Warum und wer sie auslöst hat nur für unsere Sehnsucht, für unsere menschliche Trauer Bedeutung, so als wüßten wir nicht das ihr Ent-gleiten  nur die Ergänzung der vollen Sphäre unseres Seins ist. Die noch unbekannten Schatten werden lang und dunkel, wir sterben so den Tod im Ent-behren und damit zu ihr. Drüben, von der uns noch unbekannten Seite dringt eines fernen Tages Mondlicht in unsere, von Tränen leergeräumten Augen, da hat die Liebe dann ihre Weise wohl zutun. Lächelnd steht sie in einem Mädchengesicht. Doch zuvor gilt es zu lieben, so beinahe unerträglich weit und innig, dass uns sich die andere Seite zutiefst im eigenen Herzen entfaltet. Zu Lieben und es für ihre Füße abzutasten heißt bis zur Neige des Herzens sich Selbst zu entleeren, so wird die Liebe wieder geboren....